Sicherungsverfahren

Tagesnaher Abbau

Durch den untertägigen Abbau verbliebene Hohlräume und Lockerzonen können durch deren Nachbrechen Auswirkungen auf die Tagesoberfläche haben. Dies äußert sich in Form von geringfügigen Senkungen bis hin zu Tagesbrüchen. Um derartigen Schadensereignissen vorzubeugen, oder auch einen bereits entstandenen Tagesbruch nachhaltig zu beseitigen, werden auf der Basis der Erkenntnisse aus Recherche und Erkundung Verfahren des Spezial Tiefbaus eingesetzt. Üblicherweise werden die aufgefundenen Hohlräume mit Baustoff ohne Druck verfüllt. Lockerzonen werden im Niederdruckverfahren oder auch mittels Hochdruckinjektion verfestigt. Situationsabhängig wird oftmals eine Kombination aus den Verfahren eingesetzt. Unverfüllte Stollen und Strecken mit unzureichender Felsüberdeckung werden ebenfalls verfüllt.

Alte Schächte

Oftmals entspricht die Sicherung "Alter Schächte", wie sie bis in die 80-ger Jahre vorgenommen wurden, nicht dem heutigen Standard der Technik. In der Regel sind diese Schächte mit Lockermassen verfüllt und mit einer Betonabdeckung versehen. Die Dimensionierung der Schachtabdeckung erfolgte in den meisten Fällen ohne die Berücksichtigung der bei einem Abgehen der Füllsäule entstehenden Sog- und Rückprallkräfte. So kann es bei einem Abgehen der Füllsäule, z.B.verursacht durch Oberflächenwasser, zum Entstehen eines Einbruchtrichters kommen, dessen Durchmesser ein mehrfaches des Schachtdurchmessers betragen kann.

Ziel einer Sicherung des Schachtes nach derzeitigem Stand der Technik ist es, das Auftreten von Sog- und Rückprallkräften zu vermeiden, indem die Lockermassen Füllsäule durch einen lagestabilen Füllsäulenabschnitt aus kohäsivem Material ersetzt wird. Alternativ wird der Schachtausbau oberhalb der Felslinie verstärkt, und die Schachtabdeckung ausreichend dimensioniert, sodass neben den geforderten Verkehrslasten auch ggf. auftretende Sog- und Rückprallkräfte sicher aufgenommen werden können.

Auch bei der Schachtsicherung müssen der Festlegung und Umsetzung des Sicherungskonzeptes umfängliche Recherchen und Untersuchungen des Schachtkopfes vorausgehen. Die Sicherung kann dann situationsbedingt entsprechend angepasst werden.