Leistungsspektrum „Altbergbau“

Die Projektbearbeitung mit dem Ziel des Nachweises der Standsicherheit oder deren Wiederherstellung der durch Aktivitäten des oberflächennahen und tagesnahen Bergbaus beeinflussten Tagesoberfläche erfolgt auf der Basis der der Empfehlungen "Sicherungs- und Verwahrungsarbeiten im Altbergbau" des Arbeitskreises 4.6 "Altbergbau" der Fachsektion Ingenieurgeologie der DGGT.

Berücksichtigt werden hier sowohl die Beeinflussungen, die durch den eigentlichen Abbau entstanden sind, wie auch die Gefährdung der Tagesoberfläche, die von verblieben Tagesöffnungen - Pingen, Schächten, Stollenmundlöchern - und Bergbaustollen ausgeht.

Das Leistungsspektrum "Altbergbau" entspricht der Systematik der Projektbearbeitung, wie sie nachfolgend dargestellt ist. 

  • Grundlagenermittlung und Recherche

Zur Lösung der Planaufgabe werden zu Beginn einer Projektbearbeitung sämtliche  zur Verfügung stehenden Unterlagen gesichtet. Hierzu gehören historische Grubenbilder, aus denen Rückschlüsse über alte Abbauaktivitäten, Strecken- und Stollenverläufe gezogen werden können. Ebenso werden für Schächte relevante Informationen zum Schachtumfeld, der Gestaltung des Schachtkopfes und des Schachtausbaus, aber auch zu einer gegebenenfalls bereits durchgeführten Sicherung beschafft und zusammengestellt.

Zu diesem Zweck werden die zugänglichen Archivunterlagen des ehemaligen, oder noch aktiven Bergbaubetreibers, der Altbereichsmarkscheiderei der RAG AG, der zuständigen Bergämter, bzw. der Bezirksregierung Arnsberg. Bei berechtigtem Interesse wird bei den zuletzt genannten Behörden eine Einsicht in das Grubenbild genommen.

  • Erstellung von Konzepten für weitergehende Untersuchungen

In den meisten Fällen wird es notwendig sein, die Erkenntnisse aus der Grundlagenermittlung und Recherche durch weitere Untersuchungen in der Örtlichkeit zu ergänzen. Hierzu wird ein Konzept eines zielgerichteten Untersuchungsprogramms  mittels Such- und Erkundungsbohrungen erstellt.

  • Fachliche Begleitung (Fachbauleitung) der Bohrarbeiten zur weitergehenden Untersuchung in der Örtlichkeit

Weitergehende Untersuchungen in der Örtlichkeit zur Bestätigung und Vertiefung der Erkenntnisse aus Grundlagenermittlung und Recherche werden durch die Fachbauleitung begleitet. Das zuvor erstellten generelle Untersuchungsprogramm wird kontinuierlich und zeitnah in Abhängigkeit von den Untersuchungsergebnissen in modifiziert. Dies erfolgt in Abstimmung zwischen der Fachbauleitung, dem ausführenden Unternehmen und dem Bauherrn.

  • Abschätzung und Bewertung des Sicherheitsrisikos

Auf der Basis der Ergebnisse der Grundlagenermittlung, der Recherche und der Untersuchung in der Örtlichkeit  ist es dem Sachverständigen möglich, eine seriöse Bewertung des bergbaubezogenen Sicherheitsrisikos für die Standsicherheit der Tagesoberfläche vorzunehmen. Abhängig von dieser  Einschätzung wird seitens des Gutachters eine belastbare Aussagen zur Notwendigkeit der Durchführung von Sicherungsmaßnahmen zur Wiederherstellung deren Standsicherheit  getroffen.

  • Entwicklung geeigneter Sicherungsvarianten als Entscheidungsgrundlage

Besteht ein konkretes Sicherheitsrisiko für die Standsicherheit der Tagesoberfläche hervorgerufen durch die Aktivitäten des oberflächen- und tagesnahen Bergbaus, oder ist ein solches Risiko nicht eindeutig auszuschließen, werden alternative Sicherungsvarianten entwickelt und unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten verglichen und bewertet und dem Bauherrn zur Entscheidung vorgelegt. 

  • Erstellung der Ausführungs- und Genehmigungsplanung

Nach der Auswahl einer Sicherungsvariant, wird die Ausführungsplanung, und wenn erforderlich, die entsprechende Genehmigungsplanung zur Vorlage der zuständigen Genehmigungsbehörde, erstellt. Die Ausführungsplanung ist gleichzeitig Grundlage für die Erstellung der Leistungsbeschreibung und des Leistungsverzeichnisses für die Ausschreibungsunterlagen.

  • Erstellung der Ausschreibungsunterlagen, Hilfestellung bei der Auftragsvergabe

Auf der Basis der Ausführungsplanung werden Leistungsbeschreibung und Leistungsverzeichnis erstellt. Ferner werden dem Bauherrn Unternehmen vorgeschlagen, die aus Sicht des Sachverständigen für die aufgrund ihrer technischen und personellen Ausstattung zur  geeignet Ausführung der Arbeiten geeignet sind. Die fachliche Begleitung erstreckt sich  auch auf für die Angebotsauswertung, die Durchführung von Bietergesprächen und die Auftragsvergabe.  Der Art und Umfang richten sich hierbei nach den Wünschen des Bauherrn.

  • Fachliche Begleitung der Sicherungsmaßnahme (Fachbauleitung)

Die Durchführung der Arbeiten zur Sicherung werden durch die Fachbauleitung als Vertreter des Bauherrn vor Ort überwacht.  Neben der Überwachung der Bauausführung gemäß der ausgeschriebenen und beauftragten Leistungen, gehört zur Aufgabe der Fachbauleitung  die zeitnahe Leistungskontrolle , die Prüfung der Aufmaße auf Plausibilität, sowie die Rechnungsvorprüfung. Ebenso die Organisation von  Baubesprechungen, die Teilnahme an diesen Besprechungen, sowie  deren Protokollierung .

  • Erstellung der Abschlussdokumentation

In der durch den Sachverständigen zu erstellenden Abschlussdokumentation wird eine gutachterlichen Bewertung der durchgeführten Sicherungsmaßnahme vorgenommen. Hier wird nach Ausführung der Maßnahme die Widerherstellung der Standsicherheit bestätigt, wobei auch weiterhin bestehende Restriktionen ( z.B. verbleibender Standsicherheitsschutzkreis etc.)  genannt und erläutert werden.

 

Die hier beschriebene Systematik der Projektbearbeitung beschreibt nur die grundsätzliche Vorgehensweise. Natürlich wird jedes Projekt individuell betrachtet und die Systematik entsprechend angepasst. In enger Abstimmung mit dem Bauherrn wird die projektspezifische Aufgabenstellung festgelegt. So kann das Tätigkeitsspektrum zielgerichtet ergänzt oder reduziert werden.